Die Welt unter unseren Füßen

    4. Tag der Artenvielfalt im Unkeler Bürgerpark

    Mit dem Motto „Sie sind unter uns: Leben im Boden - die Welt unter unseren Füßen“ lud der Verein Gemeinsam für Vielfalt e.V. am Sonntag, 31. Mai, in den Bürgerpark Unkel ein. Hier fand, organisiert vom Vereinsmitglied Ruth Moenikes-Peis, bereits zum vierten Mal der „Tag der Artenvielfalt“ statt. Das vielfältige Programm für große und kleine Naturbegeisterte lockte zahlreiche Besucherinnen und Besucher in den Bürgerpark. Hier erfuhren sie, dass in einer Handvoll Erde mehr Lebewesen stecken können als es Menschen auf der Erde gibt - nämlich mehr als 8 Milliarden, und dass diese auf die Fläche eines Fußballfelds gerechnet dem Gewicht von 160 Fußballspielern entsprechen.

    Dr. Ameli Kirse, LIB Museum Koenig Bonn, berichtete von Methoden, mit denen Artenvielfalt im Boden gemessen werden kann - hier kommt bereits KI zum Einsatz -, während der Bodenkundler Prof. Dr. Martin Hamer, Hochschule Bonn Rhein-Sieg, die Funktionen des Bodens erklärte. Er hatte außerdem bereits im Vorfeld Bodenproben im Bürgerpark genommen und konnte als Ergebnis verkünden: alles im grünen Bereich! Dr. Thomas Wesener, LIB Museum Koenig Bonn, hatte neben einem spannenden Vortrag über Tausendfüßer und deren Verwandte auch Anschauungsobjekte dabei: die bunten großen „Tausis“ krabbelten mit ihren bis zu 20 Zentimeter Länge über die Hände und Arme der begeisterten Gäste. Dr. Stefan Nawrath aus Friedberg erklärte, warum eine Überversorgung mit Nährstoffen der Artenvielfalt im und über dem Boden schadet. Mit seinen Tipps aus der Praxis kann jeder für mehr Leben im Garten aktiv werden.

    Im letzten Vortrag forderte Prof. Dr. Dr. h.c. Bernhard Misof, Generaldirektor des LIB, den Schutz der Böden endlich auf die politische Agenda zu setzen. Wenn nichts passiert, werden bereits im Jahr 2050 bis zu 90% der Böden geschädigt und ausgelaugt sein.

    In der Mittagspause wurde durch Dr. Ignacio Campino das Geheimnis der vergrabenen Unterhosen gelüftet: die vor zwei Monaten vergrabenen Herrenschlüpfer zeigten erwartungsgemäß sehr unterschiedliche Zersetzungsgrade, je nachdem ob sie im Sand, in der Wiese oder im Kompost verbuddelt wurden. Während die erste schmutzig aber intakt war, bestand die Hose aus dem artenreichen Kompost nur noch aus den Gummibündchen.

    Der Unkeler Hobbyforscher Michael Stemmer hatte Schmetterlingsraupen dabei und ließ heimische Insekten fliegen, nachdem er sie zuvor dem Publikum gezeigt und erklärt hatte. Was macht einen guten Kompost aus? Diese Frage beantwortete Klaus Schmitt im Gemeinschaftsgarten des Bürgerparks. Mit einem Bodenmikrofon wurden die Tiere bei ihren Aktivitäten im Boden belauscht. Die Krautschau mit Dr. Beate Alberternst zeigte den Besucherinnen und Besuchern die Pflanzenvielfalt im Bürgerpark und wie man verschiedene Gräser voneinander unterscheiden kann.

    Bei der Künstlerin Anja Rihm konnten die Gäste mit Erdfarben malen und von Dr. Vera Rduch, LIB Museum Koenig Bonn, Geschichten von Bewohnern des Erdreichs und dem kleinen Koenig, der im gleichnamigen Museum wohnt, vorgelesen bekommen. Die vielen Kinder hatten außerdem die Möglichkeit, sich beim Sportangebot Appetit zu verschaffen für das umfangreiche Buffet mit vielen selbst gemachten und gespendeten Leckereien, mit dem der Verein Gemeinsam für Vielfalt die Gäste verwöhnte. Mit einer angeregten Diskussion zum Spannungsfeld Bodenschutz - Klimaschutz- Menschenschutz endete ein ereignisreicher Tag.

    Text: Ruth Moenikes-Peis. Fotos: Vera Rduch, Hannelore Camino