Ein Staubsauger, ein Fahrrad, ein Spielzeugkran oder ein Modellbahnkarussell – was auf den ersten Blick vielleicht nicht mehr zu retten scheint, bekommt im Repair Café Unkel eine zweite Chance. Seit einem Jahr wird im Tröötetempel in der Schulstraße 6 geschraubt, getüftelt und repariert. Die Bilanz kann sich sehen lassen: Rund 120 Geräte und Gegenstände konnten die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer im ersten Jahr wieder instand setzen.
Begonnen hat das Repair Café mit gerade einmal fünf Ehrenamtlichen. Inzwischen ist das Team auf 14 Helferinnen und Helfer angewachsen. „Dass sich immer mehr Menschen bei uns engagieren möchten, freut uns sehr. Es zeigt, dass die Idee des Repair Cafés ankommt“, sagt Ansprechpartner Norbert Schuster.
Und die Arbeit ist durchaus abwechslungsreich. Vom alltäglichen Haushaltsgerät bis zum Fahrrad landet vieles auf den Werktischen. Manchmal sind es aber auch ganz besondere Stücke, die die Reparaturprofis vor eine Herausforderung stellen. Ein Spielzeugkran und ein Modellbahnkarussell gehörten im vergangenen Jahr zu den kurioseren Fällen.
Dabei geht es im Repair Café um mehr als nur darum, einen defekten Gegenstand wieder funktionsfähig zu machen. Viele Besucherinnen und Besucher bleiben während der Reparatur dabei, schauen den Helfern über die Schulter und erfahren, wie der Fehler gefunden und behoben wird. Einige nehmen sogar selbst Werkzeug in die Hand und helfen bei der Reparatur mit.
„Wir wollen nicht nur Dinge reparieren, sondern auch zeigen, dass es sich lohnt, genauer hinzuschauen, bevor etwas weggeworfen wird“, sagt Schuster.
Eine besondere Verstärkung erhielt das Team auch abseits der Werkbank. Zwei Frauen kümmern sich um die administrativen Aufgaben und sorgen außerdem dafür, dass Kaffee für die Besucherinnen und Besucher bereitsteht. Für die technischen Helfer ist diese Unterstützung eine große Erleichterung. Sie können sich auf ihre Reparaturarbeiten konzentrieren, ohne zwischendurch organisatorische Aufgaben übernehmen zu müssen.
Unterstützt wurde das Repair Café im vergangenen Jahr zudem von der LAG Rhein-Ahr. Mit rund 500 Euro wurde die ehrenamtliche Arbeit gefördert. Davon konnte unter anderem ein Werkstattwagen angeschafft werden, der inzwischen regelmäßig zum Einsatz kommt.
Wie gut das Angebot angenommen wird, zeigen neben den zahlreichen Reparaturen auch die Rückmeldungen aus der Bevölkerung. Eine Bürgerin brachte ihre Anerkennung für das Engagement der Ehrenamtlichen zum Ausdruck. Für das Team ist solches Lob eine wichtige Motivation, weiterzumachen.
Nach dem ersten erfolgreichen Jahr steht für die Ehrenamtlichen fest: Es soll weitergehen. Denn hinter jeder Reparatur steckt nicht nur ein geretteter Gegenstand, sondern auch ein kleiner Beitrag zu Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung. Und manchmal entsteht dabei sogar etwas, das genauso wichtig ist: ein Gespräch, ein neuer Kontakt oder die Freude darüber, gemeinsam etwas wieder zum Laufen gebracht zu haben. Die nächsten Repair Café Termine: immer mittwochs von 15 bis 17 Uhr: 26.08.26, 09.09.26, 23.09.26, 14.10.26, 28.10.26.
Weitere Informationen: Internet www.rcunkel.de, E-Mail , Telefon 0156/79727769
Foto (Gisela Ramershoven): Die Ehrenamtler gehören zu dem mittlerweile 14-köpfigen Team des Repair Cafés in Unkel.

