Zehn Jahre Fair Trade Town Unkel

    Seit einem Jahrzehnt ist die Kulturstadt Unkel auch Fair Trade Town. Aus diesem Anlass startet die Fair Trade Gruppe jetzt eine Plakataktion.

    Ärger, fast schon Wut, stand am Anfang der Idee zu der Plakataktion „Unkel meine Stadt“. Bei vielen Spaziergängen fiel den Initiatoren immer wieder der viele Müll auf – besonders entlang der Bundesstraße 42 –, den Menschen aus ihrem Auto werfen. Dabei stachen vor allem Verpackungen von Fast-Food-Ketten als auch Getränkedosen und Schnapsflaschen ins Auge. Beim Mähen des Grases entlang der Straßen wird ein Teil des Mülls zerkleinert und fällt dann nicht mehr so auf, aber die Menge des Abfalls und die Unachtsamkeit derjenigen, die ihn einfach aus dem Autofenster werfen, ist schwer zu ertragen. Ein Müll-Schwerpunkt ist dabei die Abfahrt der B42 nach Unkel und Scheuren hinein, es sind also auch Menschen, die hier wohnen und arbeiten, die so ihren Abfall entsorgen.

    Wie können wir diese Menschen erreichen? Da kam die Idee zu einem Plakat mit Fotos von Müll, der sich an der Ausfahrt der B42 gesammelt hat. Aus der Idee für ein Plakat entstand die Idee für eine ganze Reihe von Plakaten, die zum Nachdenken anregen sollen. „Unkel meine Stadt“ soll zeigen, dass die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz nichts Abstraktes sind, sondern dass sie jeden Menschen etwas angehen und dass jeder Mensch etwas bewegen kann. Hier vor Ort und ohne großen Aufwand. Mehrere Partner werden in den nächsten Wochen und Monaten ihre Themen an dieser Stelle unter dem Motto „Unkel meine Stadt“ präsentieren.

    Die Fotos auf dem ersten Plakat der Serie entstanden auf einer Strecke von nur 200 Metern entlang der B42 innerhalb weniger Minuten! Das Plakat zeigt auch nur eine kleine Auswahl des Mülls, der dort aus Autos geworfen wurde.

    Wir möchten mit dieser Aktion Menschen sensibilisieren, genauer hinzusehen und nicht achtlos den Müll im öffentlichen Raum wegzuwerfen. Nirgendwo, nicht in Unkel, nicht im Landkreis Neuwied, nicht in Rheinland-Pfalz, nicht in Deutschland und nicht in Europa. Nirgendwo.

    Ein paar Zahlen zum Thema Müll: In Deutschland entstehen 617 Kilogramm Müll pro Person und Jahr. Das sind 130 kg mehr als in anderen EU-Ländern! Je nach Material braucht Müll in der Natur bis zu 500 Jahre, bis er zersetzt ist. Und nur 6,6 Prozent des gesamten Mülls in Deutschland wird recycelt. Allein in unserem Kreis Neuwied fallen pro Jahr 130 Tonnen illegal abgelagerten Mülls an, darunter auch in nicht geringen Mengen Altöl, unbekannte Flüssigkeiten und Sondermüll. In diesem Jahr ist es besonders schlimm: 2021 gab es bereits 160 Tonnen illegal gemeldeter Ablagerungen, 5 Prozent davon in Unkel, teilte der Kreis Neuwied auf Anfrage mit. Etwa 10 Prozent davon liegt sichtbar auf und an Straßen.

    Müll vermeiden kann jede/r!

    Stoffbeutel statt Plastiktüten würden in Deutschland 5,75 Milliarden Tüten pro Jahr einsparen. Obst und Gemüse regional und lose einzukaufen würde 53.000 Tonnen Kunststoff und 34.000 Tonnen Papier sparen. Wasser in Mehrwegflaschen zu kaufen oder selber zu sprudeln, sparte 17 Milliarden Einwegverpackungen pro Jahr. Und Mikroplastik gelangt über das Wasser ins Meer und mit dem Seefisch wieder auf unserem Teller mit noch nicht absehbaren Folgen.

    Müll zu vermeiden ist nachhaltig und gut.
    Für Dich!
    Für ein Leben in gesunder Umwelt!
    Für Deine Zukunft!

    Auf dem oberen Bild zu sehen sind: Uta und Volker Thomalla, Gisela Menden, Manuela Thelen, Stadtbürgermeister
    Gerhard Hausen und Ute Bockshecker (von links)