Kulturstadt als Markenkonzept

    Kristina Neitzert lobt Kulturstadt als Markenkonzept. Zweistündiges Arbeitstreffen mit der neuen Geschäftsführerin der Romantischer Rhein Tourismus GmbH in Unkel.

    Unkel. In Anlehnung an den griechischen Philosophen Heraklit, ist bei den Entwicklungen im Tourismus alles im Fluss und dies am Rhein auch im wörtlichen Sinn. In ihrer Funktion als neue Geschäftsführerin der Romantischer Rhein Tourismus GmbH war Kristina Neitzert kürzlich in Unkel zu Gast.  Bei dem rund zweistündigen Gedankenaustausch mit Stadtbürgermeister Gerhard Hausen und Thomas Herschbach (Touristik, Kommunikation, Spezialaufgaben) im Historischen Rathaus der Kulturstadt ging es auch um die Gewichtung des Unteren Mittelrheintals im Gesamtverbund.

    Die Romantischer Rhein Tourismus GmbH definiert sich als Regionalagentur für die touristische Vermarktung zwischen Bingen und Unkel. Zu den drei Gesellschaftern zählen neben dem „Tal der Loreley“, der die Interessen der Kommunen zwischen Bingen und Koblenz vertritt, und der Stadt Koblenz auch der Romantischer Rhein e.V., der für die Belange der Anrainer zwischen Koblenz und Unkel verantwortlich zeichnet. Dessen Vorsitzende bis zum Wechsel an die Spitze der übergeordneten Dachorganisation zum 1. Februar 2021 war wiederum Kristina Neitzert.

    Dass es Unkel an Selbstbewusstsein nicht mangelt, verdeutlichten Hausen und Herschbach auch mit Blick auf die jahrelang erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Tourismus Siebengebirge GmbH und Geschäftsführer Oliver Bremm, der den Termin wegen einer starken Allergie nicht wahrnehmen konnte.

    Organisationen und deren Mitgliedschaft seien weder Selbstzweck, noch Selbstläufer, sondern müssten sich wie bei der zielorientierten Kooperation mit der Tourismus Siebengebirge am Markt bewähren. Demgegenüber sei die Positionierung des Unteren Mittelrheintals in der Gesellschafts-Konstellation der Romantischer Rhein GmbH noch ausbaufähig.

    Standpunkte, die der früheren Vorsitzenden des Romantischer Rhein e.V. und langjährigen Leiterin Tourismus und Stadtmarketing der Stadt Andernach nicht unbekannt sind. „Mit der Region bin ich vertraut. Unter meiner Geschäftsführung möchte ich greifbar machen, was an Potentialen von Bingen bis hinunter nach Unkel da ist. Der Abschnitt unterhalb von Koblenz spielt bei mir auch jetzt eine wichtige Rolle“, unterstrich die oberste Rheintouristikerin, die der Zusammenarbeit auch mit den beiden Partnern in und oberhalb der Zwei-Flüsse-Stadt im Übrigen zuversichtlich entgegensieht. Schließlich steht die Landesgartenschau 2029 ausschließlich im Oberen Mittelrheintal an. Wie Stadtbürgermeister Hausen anmerkte, setze deren Sogwirkung eine Integration der Kommunen auch unterhalb von Koblenz und die Interaktion mit diesen voraus.

    „Unkel ist als Kulturstadt zu einem Markenbegriff geworden und von einer Einbindung in die Gesamtstruktur profitieren alle,“, stellte Kristina Neitzert fest und zeigte sich auch aufgeschlossen im Hinblick auf konkrete Projekte der Zusammenarbeit, die von Unkeler Seite auf den Weg gebracht wurden. In diesem Zusammenhang wies Stadtbürgermeister Hausen auf Kooperationsmodelle mit den Schwerpunkten von „Zeitgeschichte“ und „Kunst“ hin. „Was zusammenpasst, kann gemeinsam an den Start gehen, Mit der Adenauer-Stiftung und dem Arp-Museum haben Thomas Herschbach und ich bereits gute Gespräche geführt“, betont der Unkeler Stadtchef.

    Weitere Themen des konstruktiven Diskurses waren die Vielfalt touristischer Organisationen im Vermarktungsgebiet, die Effizienz der übergeordneten Arbeitsmeetings, die Steuerung der Kommunikationswege, die neue Dachmarke des Wirtschaftsministeriums sowie die Zuständigkeitsabgrenzung etwa im Hinblick auf Bau und Unterhaltung der Radwegenetze. Einigkeit herrschte darin, künftig auch Public Private Partnership-Optionen nicht aus den Augen zu verlieren und sich weiteren neuen Denkmodellen nicht zu verschließen. Nachdrücklich setzt sich die Stadt Unkel für den Bau- einer Rad- und Fußgängerverbindung über den Rhein bei Erpel ein.

    „Dieser touristische Brückenkopf hätte Magnetfunktion für das gesamte Untere Mittelrheintal, wäre eine Bereicherung für Natur, Umwelt und Verkehrs-Infrastruktur und eine Attraktion an sich“, fasste es Stadtbürgermeister Hausen zusammen. Alles ist im Fluss.

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    Zum Abschluss des Arbeitstreffens zeigten Stadtbürgermeister Gerhard Hausen und Kulturstadt-Büroleiter Thomas Herschbach der neuen Geschäftsführerin Kristina Neitzert mit der Unkeler Pützgasse ein typisches Motiv und mit der Kulturwerkstatt Koslar/Seidel eine typische Kunsteinrichtung der Kulturstadt.