Bienenwiese

    Unkel bietet Bienenkulturen ein Biotop: Kulturstadt und Naturpark Rhein-Westerwald legen Bienenwiese an.

    „Ei wir tun dir nichts zuleide, flieg` nur aus in Wald und Heide, summ summ, Beinchen summ herum: Was das Kinderlied noch hergibt, ist von der Wirklichkeit eingeholt worden: Das zukünftige Überleben der Bienenbestände ist stark gefährdet.

    Zur Tat geschritten ist zwischenzeitlich die Kulturstadt Unkel. Auf Initiative des 1. Stadtbeigeordneten Wolfgang Plöger (Bündnis 90 /Die Grünen) und in Zusammenarbeit mit dem Naturpark Rhein-Westerwald entsteht auf dem Gelände der ehemaligen Löwenburg eine Bienenwiese – eine grüne Oase im Herzen Unkels sozusagen.

    „Damit wird die Übergangsphase bis zur Beplanung des Areals mit einem neuen Immobilienprojekt sinnvoll ausgestaltet“, freut sich auch Stadtbürgermeister Gerhard Hausen über die Maßnahme, die vom Naturpark Rhein-Westerwald mit rund 2000 Euro aus Landesmitteln gefördert wird. Einen Beitrag leistete darüber hinaus auch die Jagdgenossenschaft Unkel. 

    Wie Wolfgang Plöger ergänzend erläutert, mussten auf der 2000 qm großen Fläche zunächst rund 300 Kubikmeter Mutterboden, die zum Teil gespendet wurden, aufgetragen werden.

    „In Abstimmung mit dem Naturpark haben wir dann mit der PhacelIia eine Gründüngung unterfügt, durch die die Struktur des Bodens optimiert wird“, führt der Erster Beigeordnete weiter aus. Anhand von zwei Hinweistafeln erschließt sich dem Betrachter die Bedeutung einer solchen Anlage.

    Erst kürzlich hatte der Naturpark Rhein-Westerwald die Möglichkeiten zur Gestaltung und zum Erhalt blühender Landschaften und einer artenreichen Vegetation in einem Kurzforum aufgezeigt. „Es ist schön, dass sich die Kulturstadt Unkel auch diesem Ansatz gegenüber offen zeigt und praktisch handelt“, unterstreicht Geschäftsführerin Irmgard Schröer.

    Gerade Bienen gelten als die wichtigsten Bestäuber und haben daher eine enorme Bedeutung für unsere Ernährung. In Deutschland sind rund 80 Prozent der Pflanzen auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen. das wird auch in Berlin erkannt. wo Bienen sogar im Koalitionsvertrag der Bundesregierung eine Rolle spielen: „Der Schutz der Bienen liegt uns besonders am Herzen“, heißt es dort.

    Wohl nicht von ungefähr: Würde man die Leistung von Honigbienen in Geld beziffern, wären es global 153 Milliarden Euro pro Jahr. Die Summe ermittelten Wissenschaftler aus Frankreich und Deutschland in einer Studie, die 2009 in der Zeitschrift „Ecological Economics“ erschien.

    Auf dem Foto sehen Sie Stadtbürgermeister Gerhard Hausen, Kulturstadt-Mitarbeiter Thomas Herschbach, Bauhof-Chef Frank Jax, Naturpark-Geschäftsführerin Irmgard Schröer und der 1. Stadtbeigeordnete Wolfgang Plöger bei der Aussaat (v. l.).