Carl-Loewe-Musiktage

    Vom 22. bis 29. Juni 2018 finden die 24. Carl-Loewe-Musiktage in der Kulturstadt Unkel statt. Auf dem Programm stehen verschiedene Konzerte mit Werken des Komponisten sowie Veranstaltungen im Rahmenprogramm.

    Der Geschichtsverein Unkel e.V. veranstaltet 2018 zum 24. Male die Carl-Loewe-Musiktage in Unkel und bietet in diesem Jahr wieder verschiedene Konzerte und Veranstaltungen im Rahmenprogramm an. Die musikalische Leitung hat Marc Unkel, die Schirmherrschaft der Unkeler Carl-Loewe-Musiktage übernimmt wieder Landrat Rainer Kaul.


    Der Geschichtsverein Unkel e.V. hat das Ziel, die Geschichte der Stadt Unkel aufzuarbeiten und in verschiedenartigen Veranstaltungen bekannt zu machen. Einige der Projekte sind nicht nur für Unkeler interessant. Die Loewe-Musiktage z. B. ziehen Gäste aus der näheren und ferneren Region nach Unkel.

    Viele bekannte Persönlichkeiten lebten in der Vergangenheit in Unkel, so auch die Familie des Komponisten Carl Loewe - seine Frau und zwei Töchter mit ihren Familien. Sie erwarben das Haus am Rheinufer in Unkel 1874, in dem 1839/40 auch Ferdinand Freiligrath gewohnt hatte.

    Seit 1995 bemüht sich der Geschichtsverein in jährlichen Konzerten, die in vielen Fällen vergessene Musik Loewes aufzuführen. Diese Bemühungen entsprechen dem Anliegen der Familie Loewe in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Andenken an Carl Loewe wird auch in seinem Geburtsort Löbejün bei Halle (Internationale Carl-Loewe-Gesellschaft e.V., ICLG), in Stettin (Stiftung „ProStetinum bono“), wo er 46 Jahre als Kantor, Lehrer und Stadtmusikdirektor gewirkt hat, in Greifswald (die Universität der Stadt hatte Loewe die Ehrendoktorwürde verliehen), in Tokio (Japanische Carl-Loewe-Gesellschaft) und in Wien (Österreichische Carl-Loewe-Gesellschaft) mit vielfältigen Veranstaltungen gepflegt. Die Unkeler Musiktage stehen unter der Schirmherrschaft des Landrates im Kreis Neuwied, Herrn Rainer Kaul. Die musikalische Leitung hat Marc Unkel.

    Marc Unkel zu Carl Loewes Balladen:

    "Carl Loewe (1796-1869) hat zur Entwicklung der Ballade als musikalische Ausdrucksform erheblich beigetragen. Durch seinen durchaus revolutionären Kompositionsstil hat er den Charakter der Ballade mitgeprägt.
    In seinen Balladen kommt die wahre Größe des Komponisten Carl Loewe zum Ausdruck, da er innerhalb weniger Takte extreme Dynamikbezeichnungen (pp-fff) vorschreibt, (Foto: Dr. Wolfgang Rathgen, ICLG)die Interpreten und Zuhörer gleichermaßen in polare Spannung versetzen. Die Balladen weisen auch eine innere Gespanntheit auf, die durch den Wechsel von Dur und Moll musikalisch zum Ausdruck kommt. Gerade in der berühmten "Edward-Ballade" lässt dieses harmonische Klangbild die Spannung zwischen Seligkeit und Verzweiflung, Leben und Tod deutlich erkennen. Die Gesangsstimme hat rezitative Züge und verbindet koloraturartige Elemente der Opernarie mit der romantischen Liedform, hingegen ist die Klavierstimme sehr eigenständig und orchestral angelegt. Das Ergebnis ist eine sehr komplexe, kammermusikalische "Fantasie" in Liedform für Gesang und Klavier. Bei genauerer Analyse der harmonischen Strukturen der Balladen werden kühne Akkordverbindungen, Trugschlüsse und verminderte Akkorde "sichtbar"; der Zuhörer unterliegt diesen Klangschattierungen und empfindet sie nahezu greifbar. Carl Loewe gelingt musikalisch Unglaubliches, die perfekte Symbiose von Lyrik und Musik in Form einer fantasieartigen Ballade, die das Publikum zu seiner Zeit, aber auch heute in Spannung hält."

    Text: Geschichtsverein Unkel; Foto Gisela Meitzner

    Karten und Verköstigung
    • Geschichtsverein Unkel e.V., Heide Lorenz, Auf dem Rheinbüchel 3, 53572 Unkel, per E-Mail, telefonisch
      unter 02224/6177, 02224/75916 und 02224/10254,
    • Bei Photo Florian-Schädlich, Frankfurter Straße 25, 53572 Unkel.
    • In den Pausen wird ein Unkeler Wein angeboten: Der Winzer Oliver Krupp füllt dieses Jahr wieder einen Carl-Loewe-Wein ab.